Ein grosses Spiel in Visp

endresultehcv

6:2 (2:1, 3:1, 1:0) gewannen wir im Wallis gegen den EHC Visp, wo wir in all den Swiss-League-Jahren nur einmal verloren haben. Drei Powerplaytore (Marchon, Knellwolf, Figren) und Treffer von Meyer, Kellenberger und erneut Marchon brachten uns den verdienten Erfolg.

Am Ende legte sich ein wütender Zuschauer mit dem Visper Sportchef Bruno Aegerter an. Visp hatte zum fünften Mal in den letzten sechs Partien verloren. Und war gegen uns ohne Siegchance. Wir waren über 60 Minuten das bessere Team.

Der Ausbruch des Zuschauers am Ende zeigte es: Spiele in Visp sind jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Das Publikum ist voller Emotionen, steht hinter seiner Mannschaft und sieht in jedem Pfiff der Schiedsrichter gegen Visp eine höchst bedenkenswerte Tat. Da ruhiges Blut zu bewahren ist nicht einfach. Wir kamen gut ins Spiel durch Marchons 16. Saisongoal nach etwas mehr als drei MInuten, wir kamen noch besser in den Match durch Figrens Gewaltsschuss im ersten Powerplay (14.).

Die Stimmung der Visper stieg, weil wir im ersten Abschnitt zu viele Chancen nicht nützten und die Walliser auf 1:2 verkürzten. Das zweite Mal hatten die Gastgeber Hoffnung, als sie zum 2:4 verkürzten (27.).

Aber wir hatten Antworten. Schnelle im zweiten Drittel. Nur elf Sekunden Powerplay benötigten wir, bis Knellwolf (7. Saisontor) das 3:1 erzielte. Nur weitere 23 Sekunden dauerte es, bis Kellenberger alleine vor Lory zum 4:1 vollendete (3. Saisongoal). Und als die Visper, die nach diesem 1:4 nach exakt 22 Minuten ein Timeout genommen hatten, durch ihr zweites Goal wieder ein bisschen Luft bekamen, beendete Dario Meyer diese Phase mit einem fantastischen Treffer, seinem neunten in dieser Saison. Mit einer kleinen Finte versetzte er Lukas Haas – und der Puck war schon unter dem Netzdach, bevor Lory überhaupt reagieren konnte. Marchon sorgte mit dem dritten Powerplaytreffer des Abends für die Entscheidung (55.). Dass Dostoinov einen Penalty verschoss, spielte keine Rolle.

Besser als vor einem Jahr

Goalie Sandro Zurkirchen hatte am Abend vorher Genf-Servette zum 3:1-Sieg in Ambri verholfen, in Visp machte er die wenigen guten Chancen der Walliser zunichte.

Bei Halbzeit der Qualifikation (25 Spiele) stehen wir bei 61 Punkten, letzte Saison wiesen wir nach 25 Partien 56 Punkte auf. Wir schossen pro Match 4,56 Tore und kassierten nur gerade 1,72 – das ist klar besser als letztes Jahr (4,32 geschossen, 2,18 kassiert). Es sieht vieles gut aus.

Erstmals GCK at home

Am Dienstag geht es zum dritten Mal in dieser Saison gegen die GCK Lions, zum ersten Mal zuhause. Im Küsnachter “Kühlschrank haben wir in zwei Partien 15 Tore geschossen und 3 kassiert (6:2 und 9:1). Die GCK Lions hatten am Sonntag einen harten Kampf gegen Winterthur, holten ein 0:3 zum 3:3 auf und gewannen das Penaltyschiessen. Damit beendeten sie eine Negativserie von vier Niederlagen in Folge.

Roland Jauch / EHC Kloten

Welches Gesicht zeigt Visp heute?

ehcvehck1

Beim ersten Saisonduell am 9. Oktober versuchte der EHC Visp, gegen uns mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen – wir siegten 4:1. Am 30. Oktober, wieder in der stimo arena, traten die Walliser mit einer höchst rustikalen “Spielweise” auf – wir siegten 5:1. Welches Gesicht zeigt Visp heute (17.45), wenn wir erstmals in dieser Saison in der Lonza-Arena auftreten?

Die wichtigste Tat der Woche hat der Gegner bereits hinter sich. Er gewann am Freitag das Walliser Derby in Sierre 4:0. Damit stoppte er seine Niederlagenserie (vier Nuller in Folge); ein Scheitern in Sierre hätte nach ersten Unruhen wohl auch für Trainer Per Hanberg ungemütliche Folgen haben können.

Figren ist zurück

Bei uns ist zwar nicht die Liste der Verletzten, aber immerhin jene der Kranken kürzer geworden. Nach Marc Marchon ist auch Robin Figren zurück. Er verpasste zwei Partien. Ein Wort zu einem der Schweden beim Gegner: Linus Klasen, der Künstler, hat am 30. Oktober in Kloten den einzigen Treffer für Visp erzielt. Es war sein Zehnter in der Saison. Einen Monat später weist er nur ein Goal mehr auf, also elf. Bester Punktesammler von Visp ist Jewgeni Schirjajew mit 29 Zählern (14 Tore). Die Zahlen unseres Toptrios: Faille 37 (16 Goals), Marchon 37 (15), Figren 35 (13).

Roland Jauch / EHC Kloten

Auswärts arbeiten bis zum Ende

30. November, 15.00 Uhr

HCC1

Das letzte von vier Spielen innert sieben Tag steht an. In La Chaux-de-Fonds, wo die Saison am 8. September begann. Ungut begann, denn nichts passte, und das mündete in eine 2:6-Niederlage. Irgendwie erinnert der Auftritt vom Sonntag in Langenthal auch ein bisschen daran. Das 4:5 nach Penaltys war frustrierend. Nur einmal zuvor in dieser Saison, eben beim 2:6 in La Chaux-de-Fonds, haben wir mehr Gegentreffer kassiert.

Die vier Gegentore von Langenthal kamen praktisch aus dem Nichts. Chancen zum 5:1 waren ungenützt geblieben, das Gefühl aber, die Sache im Griff zu haben, war grösser geworden. Und so geht es dann eben ganz schnell, wenn nicht mehr das gespielt wird, was das System verlangt. Und dieses System wäre eigentlich ganz einfach: Arbeiten, arbeiten, aber eben bis zum Ende. Hätten wir so weitergearbeitet wie in den ersten 40 Minuten, drei Punkte wären auf sicher gewesen.

Marchon ist zurück

Es scheint, als ob die Nationalteampause irgendwie unguten Einfluss auf unser Team hatte. In den sechs Spielen bisher gab es drei Niederlagen. Eine in Zug, eine in Sierre nach einer 2:0-Führung und eine in Langenthal nach einem 4:1. Wer sich zu früh sicher fühlt, hat sicher nicht alles richtig gemacht.

La Chaux-de-Fonds hat nicht gerade gloriose Wochen hinter sich, aber hat sich auf Rang 4 behauptet. Personell zeichnet sich bei uns die Rückkehr von Topscorer Marc Marchon ab. Gestern auf jeden Fall tat er im Training wieder mit. Der Langenthaler Stefan Rüegsegger, der unseren Fabian Ganz nach 128 Sekunden mit einem brutalen Check gegen den Kopf niedergestreckt hat, ist vorsorglich für ein Spiel gesperrt worden, dazu wurde ein Verfahren gegen ihn eröffnet.

Roland Jauch/EHC Kloten

Vom 1:3 zum 6:3

hccehck1

Auch wir können Rückstände aufholen: In La Chaux-de-Fonds gingen wir 1:0 in Führung, lagen nach 23 Minuten 1:3 zurück und siegten mit fünf Goals in Folge noch 6:3 (1:2, 2:1, 3:0). Knellwolf traf zweimal, die weiteren Goals schossen Altorfer, Gähler, Meyer und Marchon.

Mit Figren, Simek, Melnalksnis fehlten drei Stürmer, mit Stämpfli, Reinbacher und Fabian Ganz, der am Sonntag böse gecheckt worden ist, drei Verteidiger. Wir begannen aber in La Chaux-de-Fonds ziemlich gut, auf jeden Fall gerieten wir nicht so unter die Räder wie im ersten Saisonspiel (0:3 nach 17 Minuten). Im Gegenteil. Knellwolf lenkte in nach 5:08 eine Vorlage Kellenbergers perfekt zur Führung ab. Aber irgendwann verloren wir den direkten Weg, die Partie wurde plötzlich ein wildes Hin und Her ohne defensive Absicherung. La Chaux-de-Fonds war um einiges besser und direkter in Sachen Konter. Während wir zwei hervorragende Gelegenheiten vergaben (und dabei nicht mal einen Torschuss hatten, sondern von einem Fehlpass gebremst wurden), setzten Achermann und Privet perfekte Schlusspunkte hinter die Gegenstösse.

Nyffelers Pass

Wir lagen nach 20 Minuten 1:2 zurück - und es kam noch schlimmer. Randegger ging bei einem Schussversuch der Stock kaputt. Er konnte sich nicht zwischen einer Auswechslung und dem Verbleiben entscheiden, nach kurzem Hin und Her blieb er ohne Stock. Die Verwirrung war so gross, dass Privet alleine vor Nyffeler das 3:1 erzielen konnte. Das sah nicht mehr gut aus, wir waren ein bisschen rat- und vor allem drucklos. Bis Goalie Dominic Nyffeler die Partie mit einem perfekten Pass auf Ramon Knellwolf an der blauen Linie lancierte. Nauris Sejejs konnte ihn nur regelwidrig bremsen.

Den Penalty schoss Knellwolf selber – und er verkürzte auf 2:3 (28:09). Der kleine Stürmer brachte mit seinem sechsten Saisontor das Leben zurück. Die heiklen Unterzahlphasen (davon 18 Sekunden 3:5) überstanden wir. Und als wir erstmals Powerplay spielen konnten, lenkte Altorfer einen Schuss Kellenbergers zu seinem 5. Saisontor ab – 3:3 nach 34:35. Aber wir hatten auch Glück, dass Olden, der zweimal entwischte, das Tor nicht traf.

Aber danach stimmte die Richtung. Wir waren konzentrierter, was auch auf die Reduktion auf drei Linien zurückzuführen war. Faille, Obrist, Meyer; Schreiber, Marchon, Altorfer und Kellenberger, Knellwolf, Dostoinov waren unsere Linien. Und wir hatten eine 100-prozentige Powerplay-Auswertung. Das zweite Überzahlspiel für uns beendete Gähler mit einem satten Schuss zur 4:3-Führung (49:31). Es war bereits das achte Tor des Verteidigers. Nur 29 Sekunden später wurde es heikel, weil Seiler 2 + 2 Minuten kassierte. Wir überstanden auch diese Phase, am Ende nahm La Tchaux den Goalie raus – Meyer traf ins leere Goal (58:50) zum 5:3, Marchon setzte noch eines obendrauf (59:36).

“Es war Zeit, dass wir hier gewinnen konnten, auch nach der Niederlage in Langenthal, wo wir 4:1 geführt hatten. Es war auch ein Sieg für Pascal Signer, für den es das letzte Spiel als CEO war”, sagte Eric Faille. Sie seien nach der langen Busreise nicht so gut gestartet und hätten sich in ein Ping-Pong-Spiel verwickeln lassen. “Doch danach haben wir gut reagiert, wir kamen vor des Gegners Goal und haben so dem Goalie die Sicht nehmen können. Und auch in der eigenen Zone haben wir unsere Körper eingesetzt.” Für jeden geblockten Schuss oder gelungene Aktion in Unterzahl gab es Applaus von der Bank.

Wegen der Verletzungen war es Zeit für das Debüt eines weiteren Nachwuchsmannes in der Swiss League. Kai Knak, der jüngere Bruder von Simon Knak, erhielt einen Platz in der Defensive und einige Einsätze.

Wieder auswärts

Nach der durchzogenen zweiten Novemberhälfte geht es nach vier Tagen Pause erneut auswärts weiter, zum dritten Mal in Folge: Am Sonntag spielen wir in Visp (17.45). Die Walliser hatten zuletzt einige Probleme und brachten nicht die erwarteten Resultate. In bisher zwei Heimspielen haben wir sie zweimal geschlagen.

Roland Jauch / EHC Kloten

Ein frustrierendes Ende

Resulate PPl

Wir waren bestens unterwegs, um beim SCL-Jubiläumsspiel als Partykiller aufzutreten. Mit einer starken Leistung im Mitteldrittel zogen wir auf 4:1 davon. Doch am Ende, nach Verlängerung und Penaltyschiessen, blieb nur ein Punkt für uns. 4:5 (1:1, 3:0, 0:3, 0:0)-Niederlage nach Penaltys in Langenthal. Ein Punkt nur statt der sicher geglaubten drei. Schade, schade.

Oder, wie es Eric Faille sagte: “Das ist frustrierend, so zu verlieren. Wir waren in einem Auswärtsspiel 4:1 in Führung, hatten noch ein Drittel zu spielen. Da müsste es doch ein Einfaches sein, die Sache sicher nach hause zu bringen.” Aber dem war eben nicht so. “Wir haben einige Fehler begangen, sind ein bisschen langsamer geworden, haben ihnen Raum in der Mittelzone gegeben. Unsere Leistung war 40 Minuten lang so gut, wir dürfen dieses Spiel doch nicht einfach weggeben.”

Es gab vor dem Spiel Gründe für Ausreden. Uns fehlte ein ganzer Block (Marchon, Figren, Simek, Stämpfli, Melnalksnis), mit Marchon und Figren blieben die zwei besten Scorer krank zuhause – und nach 128 Sekunden wurde Fabian Ganz mit einem brutalen Check aus dem Spiel genommen. Es sah nicht gut aus für uns. Doch wir machten sehr viel daraus, wir hätten sogar alles haben können. Doch dann kam die Phase, die Faille ansprach: Langenthal glich innert 3:54 zum 4:4 aus. Nach 49:21 kam das 2:4, nach 51:18 das 3:4 und nach 53:15 das 4:4. Trotz eines Timeouts nach dem 3:4 fanden wir nicht mehr in die Spur.

Kein Penaltyschütze traf

Noch früh im letzten Drittel hatten Meyer und Dostoinov hervorragende Chancen zum 5:1 vergeben. “Da hätten wir den Sack zumachen müssen”, meinte Faille. All die gute Arbeit vorher wurde mit den letzten zehn Minuten zunichte gemacht. Und im Penaltyschiessen, das wissen wir seit dem Sierre-Match (2:3 nach Penaltys), sind wir momentan nicht optimal unterwegs. Erneut traf keiner von uns. Faille, Randegger, Schreiber, Altorfer scheiterten, für Langenthal trafen Coffman und Kummer.

Schock nach Foul an Ganz

Rüegseggers Attacke gegen Fabian Ganz so kurz nach Spielbeginn schockte unser Team ein bisschen, die Fünfminutenstrafe brachte nichts ein, Langenthal ging kurz darauf sogar in Führung. Da hatten wir ein bisschen mühe. Bis Harrison Schreiber kam und nach einem Tanz übers halbe Feld aus spitzem Winkel mit einem Schuss unter die Latte zum 1:1 ausglich. Das fünfte Saisongoal des Centers nach 17:04 brachte uns definitiv ins Spiel zurück. Im zweiten Abschnitt dauerte es 90 Sekunden (und 23 Sekunden Powerplay) bis zum 2:1 durch Kindschi (5. Saisongoal). Langenthal war kaum zu einer Reaktion fähig, wir machten trotz reduziertem Personalbestand weiter mächtig Druck.

Daraus resultierte das 4:1 Hinterkirchers (Pass Janett) nach 28:21. Und nach 37:17 drückte Patrick Obrist (5. Saisongoal) einen Abpraller ins Netz. Alles schien gut …

Anders in La Chaux-de-Fonds

Wir spielten in Langenthal wegen der Ausfälle nur mit drei Centern und vier Flügelpaaren. Unsere Mannschaft hat bereits am Dienstag die Chance, in einem Auswärtsspiel Korrekturen anzubringen. Sie tritt in La Chaux-de-Fonds an, dort also, wo sie zum Saisonstart mit 2:6 eine deftige Niederlage erlitt.

Roland Jauch/EHC Kloten