Diese Einstellung macht Freude

HCB

Am Samstag noch hatte Kloten im Match gegen Thurgau im letzten Drittel nachgelassen. Im Tessin aber lieferte unsere Mannschaft beim 7:1 (4:0, 1:1, 2:0) gegen die Rockets eine konzentrierte Leistung ab und gefiel in allen Belangen. Sehr zur Freude der mitgereisten Fans, die aus dem Auftritt ein Heimspiel machten.

Die letzte und vorletzte Saison hatten sich unsere Spieler mit der “Aufgabe Rockets” sehr schwer getan. Die Leidenschaft und Lust ging so manchem abhanden. Irgendwie würde man gegen diese zusammengemischte Mannschaft schon gewinnen – das Ergebnis ist bekannt: Es gab drei Niederlagen.

Die Einstellung aber, mit der unsere Mannschaft die Aufgabe beim offiziellen Herbstbeginn in der fast leeren BiascArena anging, macht Freude. Von Anfang war das Team bereit, lief extrem viel, war hart am Mann, entschlossen in den Zweikämpfen und im Abschluss. 4:0 nach einem Drittel führten wir – 20 Minuten genügten, um mehr Tore als in den zwei Partien des letzten Winters zusammen im Tessin zu erzielen (damals waren es drei).

“Wir wollen unsere Pace durchziehen”

Fabian Sutter, einer der zwei Assistenztrainer, zeigte sich zufrieden mit dem Auftritt. “Gegen Thurgau haben wir nicht 60 Minuten das gespielt, was wir sollten, im Training holten wir das nach. Und jetzt hat die Mannschaft einen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Wir wollen unsere Pace durchziehen, unsere Spielweise muss anders werden als letzte Saison.” Sutter ist für die Verteidiger zuständig, und da konnte er sich durchaus freuen an der Vorstellung des noch nicht 17-jährigen David Reinbacher, der auch in Unterzahl spielte.

Alexei Dostoinov kam zu seiner Torpremiere für uns. Er schloss eine Kombination mit Faille und Marchon als Vorbereiter mit einem Direktschuss zum 1:0 ab. Und fünf Minuten später gab er den letzten Pass auf Faille‘s 2:0. Figren im Powerplay und mit perfekter Vollendung von Marchon‘s Vorarbeit schoss die Treffer zum 3:0 und 4:0. Aus 12 Schüssen machten wir 4 Tore, weil wir direkt aufs Goal gingen und nicht noch den berühmten Bogen zu viel einlegten. Kellenberger, der als Center für den abwesenden Melnalksnis aushalf, erhöhte auf 5:0 (27.). Den Gegentreffer zum 1:5 kassierten wir bei drei gegen vier Feldspieler kurz vor der zweiten Pause. Marchon und nochmals Figren erhöhten auf das erfreuliche Schlussresultat.

Da Kellenberger als Mittelstürmer gebraucht wurde (und ein Tor schoss), griff Trainer Jeff Tomlinson nicht nur auf den jungen Reinbacher zurück, der erstmals in der Meisterschaft spielte, sondern auch auf Mischa Ramel. Der 18-Jährige kam in der vierten Linie zum Einsatz.

Die Rockets bezogen im fünften Match die fünfte Niederlage. Zuhause hatten sie nur mit einem Tor Unterschied verloren (gegen Sierre und Langenthal), zuletzt in Visp auch nur 1:2. Dieses 1:7 war für die Tessiner eine Ernüchterung. Und von unserer Mannschaft ein erstes Zeichen, dass sie im Vergleich zur letzten Saison etwas dazugelernt hat. Das kann sie am Samstag auch im Heimspiel gegen Sierre zeigen.

Jussi Jokinen hat aufgehört

Viele EHC-Fans wissen es vielleicht. Aber für die, die es verpasst haben: Jussi Jokinen hat am 18. Mai im Alter von 38 Jahren sein Karriereende bekannt gegeben. Der Finne mit grosser NHL-Vergangenheit half in der ersten Swiss-League-Saison unserer Mannschaft in sieben Spielen aus – und begeisterte mit 12 Skorerpunkten. Lauri Tukonen, ebenfalls in jener Saison zu einem kurzen Gastpiel in Kloten, ist ebenfalls zurückgetreten.

Roland Jauch/EHC Kloten